„Feuer“ in der Wurstwarenfabrik

Auf einen Blick

Datum: 25. 07. 2014
Alarmzeit: 9:59 Uhr
Alarmierungsart:
Art:
Einsatzort:
Feuerwehr Othfresen: Einsatzkräfte mit
Weitere Vermerke:  

Einsatzbericht:

Einsatz-Nr. Rauchschwaden über dem Flachdach des Industriegebäudes am Posthof, Flammen züngeln heraus, evakuierte Mitarbeiter auf dem Hof und 4 Mitarbeiter, die es nicht mehr rechtzeitig aus dem verrauchten Gebäude geschafft haben – dieses heftige Szenario bildete den Ausgangspunkt für eine groß angelegte Alarmübung der Feuerwehr Othfresen und zahlreicher weiterer Einsatzkräfte bei der Firma Brennecke Harzer Wurstwaren.

Als um 18:23 Uhr die Sirenen über Othfresen und Dörnten die Feuerwehren zum Einsatz riefen, ließ der Anblick Richtung Posthof (durch eingesetzte Rauchpatronen) nichts Gutes erahnen. Gemeldet wurde eine Rauchentwicklung im Gebäude der Wurstwarenfabrik. Als das Othfresener Tanklöschfahrzeug als erstes am Einsatzort eintraf, teilte der Geschäftsführer Herr Heyden dem Gruppenführer Björn Ehlers mit, dass noch 4 Mitarbeiter im Gebäude vermutet werden. Er gab Auskunft über die Brandausbruchstelle, ein wichtiger Hinweis bei diesem großen und unübersichtlichen Industriegebäude. Zusätzlich wurden bereits Flammen aus dem Dachbereich erkannt.

Aufgrund dieser Lage ließ Einsatzleiter Andreas Wüstefeld sofort weitere Feuerwehren und das DRK nachalarmieren. Neben den Feuerwehren Liebenburg, Upen, Ostharingen und Heißum wurde auch ein Löschzug der Feuerwehr Langelsheim mit dem Teleskopmast zum Posthof beordert.

Der Einsatzleiter gliederte die Einsatzstelle in insgesamt 4 Einsatzabschnitte. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Dennis Dorn übernahm gemeinsam mit Gruppenführer Björn Ehlers den Abschnitt „Innenangriff“. Hier wurden umgehend alle verfügbaren Atemschutztrupps gesammelt und zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in den betroffenen Gebäudeteil geschickt. Hierbei zeigte sich eindeutig die Wichtigkeit von Wärmebildkameras im Rahmen der Menschenrettung. Die jeweils auf 4 Kameraden aufgestockten Trupps mit den Wärmebildkameras der Feuerwehren Liebenburg und Langelsheim konnten innerhalb kurzer Zeit die noch vermissten Personen aufspüren, während die zuerst eingesetzten Trupps ohne dieses Hilfsmittel aufgrund der „Null-Sicht“ nur relativ langsam voran kamen. Nachdem die Vermissten gefunden waren, wurden sie umgehend ins Freie gebracht und dem DRK zur weiteren Versorgung übergeben. Zwischenzeitlich wurde auch die Brandbekämpfung im Inneren durchgeführt. Ein kleinerer Atemschutznotfall, bei dem lediglich der Funkkontakt zu einem eingesetzten Trupp abgerissen war, ließ auch noch den bereitstehenden Sicherheitstrupp zum Einsatz kommen. Insgesamt kamen 12 Trupps unter Atemschutz zum Einsatz.

Unterdessen wurden im Außenbereich umfangreiche Maßnahmen zur Brandbekämpfung und Abriegelung getroffen. Abschnittsleiter Markus Wilzek stellte mit der Feuerwehr Upen die Wasserversorgung über eine Förderleitung vom Mühlengraben sicher. Der Langelsheimer Teleskopmast ging unter Leitung des Zugführers Ulrich Eberhardt auf dem nördlichen Feldweg in Stellung und bekämpfte die Flammen im Dachbereich, während weitere Strahlrohre und Wasserwerfer zur Abriegelung und Brandbekämpfung vorgenommen wurden.

                  

Nach ca. 1,5 Stunden waren alle Übungsziele abgearbeitet und es erfolgte eine Manöverkritik. Wie immer bei Übungen gab es sicherlich einige Punkte, die verbesserungswürdig waren. Im Großen und Ganzen zeigten sich aber die Übungsbeobachter sowie die beteiligten Führungskräfte sehr zufrieden mit dem Ablauf und der Zusammenarbeit der verschiedenen Kräfte. Insbesondere bei einem so anspruchsvollen Objekt mit einer Vielzahl innenliegender und miteinander verbundener Räume und Hallen sowie verschiedenen Gefahrenpotenzialen sind die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen gestellt, die nur im gemeinsamen Zusammenspiel bewältigt werden können. Insgesamt waren 113 Einsatzkräfte der Feuerwehren und des DRK an der Übung beteiligt.

Ortsbrandmeister Wüstefeld dankte im Anschluss dem Geschäftsführer Herrn Heyden für die Möglichkeit, so groß angelegt in seiner Firma üben zu können. So konnten wichtige Erkenntnisse auch für einen hoffentlich nicht stattfindenden Ernstfall gewonnen werden. Herr Heyden seinerseits dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement und lud alle zu einem köstlichen warmen Abendessen und kühlen Getränken in die Kantine ein. Hierfür bedanken wir uns ganz besonders!

Eingesetzte Kräfte:
Feuerwehr Othfresen: 21 Einsatzkräfte mit TLF 8/18, LF 8, ELW 1
Feuerwehr Liebenburg: LF 20, LF 8, MZF, ELW 1
Feuerwehr Dörnten: LF 8/6, ELW 1
Feuerwehr Heißum: TSF
Feuerwehr Ostharingen: TSF, GW-Mess
Feuerwehr Upen: LF 16-TS
Feuerwehr Langelsheim: LF 20, TLK 23/12, ELW 1
DRK Döhren: KTW
DRK Liebenburg: KTW
DRK Dörnten: KTW

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